Offline bleiben

Was mir dabei hilft, meine Screentime zu reduzieren und nicht ständig im Internet rumzuhängen.

Es ist ein bisschen wie Chips-Essen – die ersten knusprigen Scheibchen, die in meinem Mund verschwinden, sind super lecker. Eine halbe Tüte später aber sorgt nur noch die unbewusste Bewegung meiner Hand dafür, dass ich immer noch am Futtern bin. Der Geschmack ist da meist schon Nebensache. Ständig im Internet rumzuhängen fühlt sich für mich ähnlich an – weshalb ich mit der Zeit Strategien entwickelt habe, die es mir leichter machen, öfter offline zu bleiben. Umgekehrt nutze ich so auch meine Online-Zeit bewusster.

Die einfachste Idee zuerst: Ich habe inzwischen so ziemlich alle Benachrichtigungen in meinem Handy deaktiviert. Nur über Anrufe oder Nachrichten von einigen wenigen Menschen lasse ich mich informieren. Mein Handy hab ich sowieso schon viel zu oft in der Hand und finde deshalb gut, wenn mich nicht auch noch unnötige Benachrichtungen dazu verleiten. Inzwischen habe ich auch die Mail-App gelöscht und festgestellt, dass sie mir kein bisschen fehlt.

Wenn ich vollständig ablenkungsfrei sein will, schalte ich zusätzlich den Do-not-disturbe-Modus an. Dann sehe ich zwar, wenn jemand angefunden hat, mein Handy klingelt aber nicht. Diese Funktion lässt sich per Zeitplan auch automatisch timen – sehr praktisch.

Um Abends weniger offline zu sien, bin ich gerade dabei, mir anzutrainieren, ungefähr zwei Stunden vor dem Schlafengehen mein Handy in den Flugzeugmodus zu verabschieden. So funktioniert zwar der Wecker noch funktioniert, aber das Handy empfängt nichts mehr. Daran scheitere ich bislang zwar kläglich, versuche es aber trotzdem weiter. Je weniger ich Abends noch einen Bildschirm vor der Nase habe, desto besser kann ich nämlich einschlafen.

Außerdem versuche ich, mein Telefon nicht mit ins Bett zu nehmen (was mir mehr oder weniger gut gelingt) und hänge es deshalb zum Aufladen meistens an eine Steckdose in einem anderen Raum. Das verhindert außerdem, dass ich nicht ewig snooze bevor ich aufstehe. Auch wenn mein verschlafenes Hirn denkt ich würde mich fitter fühlen, wenn ich noch 10 Minuten Schlaf mitnehme stehe ich nach zu viel Gesnooze tendenziell mit einem Matschekopf auf.

Auch Morgens lasse ich das Handy wenn möglich erstmal im Flugzeugmodus, checke keine Mails und lese keine Nachrichten – bis ich nicht wenigstens Kaffee getrunken und auf meiner Yogamatte war. Auch wenn ich es ziemlich lang geleugnet habe, bin ich insgeheim nämlich doch ein kleiner Morgenmuffel. Deshalb will ich die erste Stunde nach dem Aufstehen gern in Ruhe und ungestört verbringen, ohne dass mich jemand zuquatscht. Das gilt auch für digitale Kommunikation. Gleich Nachrichten von Freundinnen zu lesen oder Mails zu checken strengt mich an und lenkt mich ab, beeinflusst meine Konzentration und raubt mir Energie. Wenn es also gelingt, bis nach dem Frühstück offline zu bleiben, starte ich mit Sicherheit viel ruhiger und aufgeräumter in den Tag.

In meinem Laptop-Browser habe ich außerdem ein Add-On installiert, mit dem sich bestimmte Webseiten blockieren lassen. Ich kann festlegen, wieviel Zeit ich dort täglich verbringen kann, bevor eine Seite für den Rest des Tages gesperrt wird. Das verhindert bei mir sehr zuverlässig gedankenloses Rumgesurfe und Prokrastination. Social Media und Co. komplett zu blocken, fände ich nicht so hilfreich, für mich wird dann meistens die Versuchung noch größer. Aber mit einem Zeitlimit kann ich sie bewusster verwenden.

Weil ich auch gerne mal mein Mail-Konto zum Prokrastinieren nutze (und im 10-Minuten-Takt nachschaue, ob ich eine neue Mail habe), neue Mails aber trotzdem nicht zeitnah beantworte, habe ich mir Mailbatching angewöhnt. Alle paar Tage nehme ich mir ungefähr eine halbe Stunde Zeit und mache den Posteingang leer – bestelle uninteressante Newsletter ab, lösche Mails, die ich nicht aufheben will und beantworte die übrigen.

Apropos antworten – nicht besonders spektakulär, aber ebenfalls ziemlich wirkungsvoll: Ich habe mir abgewöhnt, auf Nachrichten – sei es per Chat oder per Mail – immer sofort zu antworten. Und so erwartet auch niemand sofort eine Antwort, und ich kann selbst entscheiden, wann ich mir dafür Zeit nehme.

Und bei dir so? Ich würde mich freuen, von deinen besten Offline-Strategien zu hören!

Titelbild: Jonathan Borba

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