Wohl bekomms!(?)

134 Liter Alkohol im Jahr – die Deutschen trinken viel und gern. Doch wie gut tun uns Wein, Bier & Co. eigentlich?

134 Liter Alkohol im Jahr – die Deutschen trinken viel und gern. Doch wie gut tun uns Wein, Bier & Co. eigentlich?

Überall wird angestoßen – auf Familienfeiern, zur Verabschiedung der Kollegin, zum Geburtstag, Abends in der Kneipe. Die Menschen in Deutschland trinken oft und gern. 2016 haben wir uns im Schnitt 134 Liter alkoholische Getränke schmecken lassen (Quelle: Deutsches Jahrbuch Sucht 2018). Ein Bier zum Feierabend entspannt, ein „Absacker“ soll der Verdauung und ein Gläschen Rotwein beim Einschlafen helfen.

Miau, ich bin’s, dein Kater!

Doch wer zu viel getrunken hat, bekommt die Folgen spätestens am nächsten Morgen zu spüren: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen: Miau, ich bin’s, dein Kater! Der Kopf fühlt sich deshalb so dumpf an, weil Alkohol dem Körper Wasser entzieht. Je nachdem, wieviel getrunken wurde, dauert es eine Weile, bis der Körper den Alkohol vollständig abgebaut hat. Die Leber schafft ca. 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde, abhängig von Körpergewicht sowie Geschlecht.

Was mir an meinen schlimmsten Katertagen geholfen hat: Kalt duschen, viel Pizza essen, noch mehr Wasser trinken und ein bisschen an der frischen Luft bewegen.

Die Folgen

Die überschüssigen Kalorien, die wir mit jeder Weinschorle, jedem Weizen und jedem Tequila geliefert bekommt (pro Gramm Alkohol sind das 7 Kalorien pro Gramm, vgl. Kohlenhydrate: 4,1 Kalorien), wandelt unser Körper in Fettzellen um und legt somit einen Vorrat an für die nächste Hungersnot. Alkohol liefert nicht nur eine Menge Energie, sondern hat gleichzeitig auch die unangenehme Eigenschaft, den Fettabbau und den Muskelaufbau zu verlangsamen. Oberstes Ziel für unseren Körper ist nämlich, den Alkohol abzubauen, danach erst widmet er sich wieder dem übrigen Stoffwechsel.

Bei Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, steigt langsfristig das Risiko für Leberschäden und Krebs, auch der Darm und die Bauchspeicheldrüse werden in Mitleidenschaft gezogen. Bei Frauen reicht beispielsweise schon ein Viertel Liter Wein am Tag, um der Leber zu schaden.

Kann Alkohol gesund sein?

Aber hat nicht mal jemand herausgefunden, dass Rotwein vor Krebs schützt? Oder zumindest Anti-Aging-Qualitäten hat? Die nüchterne Antwort: nein. Zwar kann moderates Trinken Einfluss auf die Herzgesundheit haben, unterm Strich wirkt sich Alkoholkonsum aber immer negativ aus und schadet laut einer neuen Studie schon ab dem ersten Tropfen.

Lieber nicht

Ich habe irgendwann aufgehört, regelmäßig Alkohol zu trinken. Ich bin auf Parties lieber nüchtern, dann kann ich mich besser auf die Menschen konzentrieren, mit denen ich mich gerade unterhalte. Betrunken habe ich schon öfter Dinge getan, die ich nüchtern wahrscheinlich nicht machen würde – auch deshalb trinke ich nur noch selten.

Wer Alkohol trinkt, sollte ihn in Maßen genießen und sich an folgenden Empfehlungen orientieren: Für Männer sind das pro Tag nicht mehr als 24g Alkohol. Das entspricht 1/2 Liter Bier, 1/4 l Wein oder 2 Gläsern Schnaps (je 4cl). Frauen sollten maximal die Hälfte konsumieren, also 1/4 Liter Bier, 1/8 Wein und etwa 1 Glas Schnaps (4cl) pro Tag.

Wichtig ist außerdem, pro Woche an ein bis zwei Tagen auf Alkohol zu verzichten, denn mit regelmäßigen Konsum steigt auch die Gefahr, abhängig zu werden.

Gibt’s Alternativen?

Abends hilft statt einem Glas Rotwein auch ein Kräutertee beim Entspannen (Baldrian, Melisse, Kamille und Lavendel wirken besonders beruhigend). Denn auch wenn Alkohol erst einmal entspanned wird, besonders erholsam ist ein beschwipster Schlaf nicht.

Im Sommer ist alkoholfreies Weizenbier oder Pils eine gute Alternative. Selbstgemixte Mocktails schmecken ebenfalls super.

Welches meine liebsten alkoholfreien Biersorten sind und welche alkoholfreien Getränke sich auch leicht selbst anrühren lassen gibt’s demnächst zu lesen.

Foto: Subhesh Aggarwal

Na dann – Prost!


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