Was ich 2018 gelernt habe

Mein ganz persönlicher Jahresrückblick. Außerdem: Was ich mir fürs neue Jahr vorgenommen habe.

Mein ganz persönlicher Jahresrückblick. Außerdem: Was ich mir fürs neue Jahr vorgenommen habe.

Geduld ist super

Darauf zu vertrauen, dass sich die Dinge schon irgendwie finden, ist gar nicht mal so einfach. Die Erfahrung, dass es meistens wenig hilfreich ist, zu versuchen, Dinge zu erzwingen, hat mir allerdings dabei geholfen, geduldiger zu werden. Frei nach dem Motto „Trust the process“ versuche ich mich darauf einzulassen, dass manches einfach Geduld erfordert. So wie eine Pflanze auch nicht schneller wächst wenn ich sie mehr gieße, brauchen auch persönliche Entwicklungen und Projekte Raum sich zu entfalten.

Dieses Jahr habe ich gelernt, mehr darauf zu vertrauen, dass sich alles zu seiner Zeit entwickelt. Das gilt für kreative Prozesse, Beziehungen und auch die eigene Entwicklung.

Für meinen Blog bedeutet das zum Beispiel, dass sich Schaffens-Phasen mit Entwicklungs-Phasen abwechseln. In letzteren werfe ich mir häufig selbst vor, faul und antriebslos zu sein. Aber ich habe gelernt: Besonders die augenscheinlich „unproduktiven“ Phasen sind sehr wichtig für meine Kreativität.

Gemüse auch.

Ok, das ist nichts wirklich Neues. Aber dieses Jahr ist mir bewusst geworden, wie faszinierend ich eigentlich die unzähligen Formen, Farben und Texturen finde, in denen verschiedene Gemüsesorten daherkommen:

Da wäre das kräftige Rot einer Rote Bete-Knolle, das manchmal fast pink aussieht. Das Hände, Schneidebretter, Küchenhandtücher beim Zerschneiden unerbittlich färbt. Oder die blassen, zarten Stiele von Kressepflänzchen: Stark genug, um zwei niedliche grüne Blätter in die Höhe zu stemmen. Das beinahe cremige Fruchtfleisch einer richtig reifen Tomate, die Scheibe für Scheibe im Mund schmilzt.

Da wären die Häute der vielschichtigen Zwiebel, mal hell und fast beige, dann wieder bräunlich-schwarz – außen ganz trocken und porös wie verbranntes Papier, innen so saftig, dass es dich zum Weinen bringt. Oder die detailreichen Röschen eines Brokkolis, dessen dicker Stil sich in immer dünnere Stämmchen verästelt, an deren Enden kleine Kügelchen hängen. Wie feines Konfetti rieseln sie auf den Küchentisch, wenn der Brokkoli zu lange im hintersten Eck der Gemüseschublade vergessen wurde.

Da wäre die quietschig-glatte, dunkel glänzende Haut einer Aubergine, deren Fruchtfleisch eher unscheinbar daher kommt, nach dem Grillen aber unfassbar lecker schmeckt. Das leuchtend-erdige Orange von Karotten oder die vorwitzigen, puscheligen Enden der Fenchelknolle…

Gewohnheiten > Selbstdisziplin

Was ich außerdem gelernt habe: Gewohnheiten sind hilfreicher als Selbstdisziplin. Wenn ich es hinkriege, mir bestimmte Gewohnheiten anzutrainieren, laufe ich quasi auf Autopilot und spare viel Energie.

Statt mir selbst ein schlechtes Gewissen zu machen, dass ich schon wieder so viel und planlos im Internet rumgesurft habe, statt mich darüber zu ärgern, dass ich mal wieder nicht abgewaschen habe und statt wie jeden Mittag halb verhungert vor dem Kühlschrank zu stehen, weil mir wieder mal keine zündende Idee fürs Mittagessen kommt, habe ich meine Gewohnheiten angepasst. Klingt einfach, isses nicht immer, aber wenn es klappt, dann ist die Freude umso größer.

Damit ich mich Morgens nicht über Geschirrberge ärgern muss, habe ich mir zum Beispiel angewöhnt, jeden Abend vor dem Schlafengehen abzuwaschen. Zum Thema „sinnloses Rumgesurfe“: Weil es mir ziemlich schwer fällt, Morgens ohne Handy in den Tag zu starten, habe ich mir angewöhnt, erstmal ein paar Lektionen Italienisch zu lernen, statt mich auf Instagram oder sonstwo im Internet rumzutreiben.

Außerdem habe ich wieder angefangen, Essen für die Woche vorzukochen. So kann ich mir Mittags einfach was aufwärmen und spare Zeit und Nerven.

Treat your „Future Self“

Future was? Mit „Future Self“ bzw. „Future Me“ meine ich die Instanz meiner Selbst, die sich am nächsten Morgen darüber ärgert, dass ich ich am vorherigen Abend zu faul zum Geschirrspülen war. Die am Nachmittag ausbaden muss, dass ich zu hastig in den Tag gestartet bin und mir keine Zeit genommen habe, um erstmal zu meditieren. Die voll Unverständnis darüber den Kopf schütteln wird, dass ich mal wieder bis zur letzten Minute gewartet habe, mich um eine wichtige Sache zu kümmern.

Im vergangenen Jahr habe ich endlich kapiert, wie gut es mir tut, auch mal an mein „Future Me“ zu denken. Weshalb ich meine Klamotten nun öfter auf Bügel hänge, statt sie nach dem Ausziehen auf irgendeinen Stuhl zu werfen. Und weshalb ich Abends dafür sorge, dass die Küche schön aufgeräumt ist, damit mein „Future Me“ sich gleich Frühstück machen kann, ohne erst einen Abwasch-Berg bezwingen zu müssen. Wenn ich mich extra-fürsorglich fühle. stelle ich am Vorabend gleich alle Frühstücks-Zutaten auf den Tisch.

Und nächstes Jahr?

Vorsätze sind eigentlich gar nicht so mein Ding. Und wenn mir welche einfallen, warte ich auch ungern auf den Jahreswechsel, um sie in die Tat umzusetzen. Trotzdem habe ich mir für 2019 zwei Dinge vorgenommen. Ich will wieder öfter spazieren gehen und mir mehr Zeit für meine Hobbies nehmen, die habe ich in letzter Zeit nämlich ziemlich vernachlässigt.

Was hast du in diesem Jahr gelernt? Und hast du dir was für 2019 vorgenommen?

Titelbild: NordWood Themes


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